Liebe Leserin,

Sie haben vor Kurzem die Diagnose Brustkrebs erhalten. Die Gefühle fahren Achterbahn mit Ihnen und vermutlich sind Sie schon genug mit sich selbst und Ihren Sorgen beschäftigt.

Dennoch möchten wir Ihnen nahelegen, sich mit den Ergebnissen der Untersuchungen, die Sie bereits hinter sich haben oder die noch vor Ihnen liegen, auseinanderzusetzen.

Vielleicht helfen Ihnen die hier aufgeführten Informationen, gleich zu Beginn Ihrer Erkrankung die Einzelheiten Ihrer Diagnose und die Ergebnisse der verschiedenen Untersuchungsbefunde besser erfassen zu können.

Das TNM-
Klassifikationssystem

  • Bedeutung der Buchstaben und Ziffern
  • Die Lokalisation des Tumors
  • Größe und Ausdehnung des Tumors (T)
  • Der Lymphknotenstatus (N)
  • Die Wächterlymphknoten-Biopsie
  • Die Metastasierung (M)

Bedeutung der Buchstaben und Ziffern

Sind sämtliche diagnostischen Verfahren abgeschlossen, dann liegt Ihr endgültiger Befund vor. Dieser enthält viele Informationen zu Ihrer Diagnose, auf deren Basis die Therapieempfehlung bzw. -entscheidung Ihrer Ärzte im Rahmen einer Tumorkonferenz beruht.

Die Informationen Ihres Befundes verbergen sich hinter einer ganzen Reihe von Abkürzungen, die dem internationalen TNM-Klassifikationssystem für Tumorerkrankungen folgen.

Das TNM-System erleichtert die Beschreibung und Zuordnung bösartiger Tumoren im Körper. Mithilfe dieses Klassifikationssystems erhalten alle an der Behandlung beteiligten Personen die gleichen Informationen, sodass eine einheitliche Grundlage für die weiteren Behandlungsschritte geschaffen werden kann.

Die wichtigsten Parameter der TNM-Klassifikation:

T = Größe und örtliche Ausdehnung des Tumors
N = Ausmaß des Lymphknotenbefalls (abgeleitet von „nodus“, lateinisch für Knoten)
M = Vorliegen von Metastasen in anderen Organen

Ziffern hinter den Buchstaben lassen Rückschlüsse auf Größe und Ausdehnung des Tumors (T1-4), Anzahl und Lage der befallenen Lymphknoten ( N0-3) und das Vorhandensein von Metastasen (M0 oder M1) zu.

Ein kleines „p“ vor dem jeweiligen Buchstaben steht für pathohistologisch. Ohne das „p“ bzw. mit einem vorangestellten „c“ für „clinical = klinisch“ handelt es sich um eine vorläufige Einstufung vor der Operation. Ein vorangestelltes „y“ bedeutet, dass vor der Operation schon eine systemische Therapie, z. B. Chemotherapie, Antikörpertherapie, Antihormontherapie und/oder Bestrahlung stattgefunden hat.

Darüber hinaus umfasst das TNM-Klassifikationssystem noch weitere Parameter, die sich auf die Lokalisation, das Grading , die Lymphgefäße, die Blutgefäße und die Resektionsränder beziehen.

In Ihrem Befund werden Sie auch Angaben zum Hormonrezeptorstatus und dem HER2/neu-Status Ihres Tumors finden.

Darüber hinaus besteht seit einigen Jahren für bestimmte Patientinnen die Möglichkeit, ihr Tumorgewebe mit speziellen molekularen Tests zusätzlich auf seine genomische Signatur überprüfen zu lassen.

Lokalisation des Tumors

Die erste Information in Ihrem Befund sagt etwas über den Ort des Tumors aus. Dazu wird die Brust in Viertel (Quadranten) aufgeteilt:

  • äußerer oberer Quadrant (I)
  • äußerer unterer Quadrant (II)
  • innerer unterer Quadrant (III)
  • innerer oberer Quadrant (IV)

Der Tumor kann sich manchmal auch in der Brustwarze (Mamille) befinden. Die Lokalisation Ihres Tumors sagt nichts über weiterführende Therapien, wie z. B. eine Chemotherapie, aus. Sie ist später bei der Bestrahlung von Bedeutung, damit das Bestrahlungsfeld möglichst klein ist.

Lokalisation des Tumors

Größe und Ausdehnung des Tumors (T)

Tis = Die Läsion (DCIS, LCIS) ist noch nicht in das umliegende Gewebe eingedrungen (Tumor in situ = Tumor „an Ort und Stelle“).
T0 = Ein primärer (ursprünglicher) Tumor kann
nicht nachgewiesen werden.
T1 = Tumorgröße unter 2 cm
Die Kürzel mi (0,1 cm oder weniger), a (> 0,1 cm bis 0,5 cm), b (> 0,5 cm bis 1 cm) oder c (> 1 cm bis 2 cm) geben genauere Angaben zur Größe des Tumors.
T2 = Tumorgröße zwischen 2 und 5 cm
T3 = Tumor ist größer als 5 cm.
T4 = Tumor ist in die Brustwand oder in die Haut eingewachsen.
Die Kürzel a (Brustwand), b (Hautödem, Ulzeration, Satellitenknötchen der Haut), c (a und b) oder d (entzündliches Karzinom) beziehen sich auf die Art der Ausdehnung des Tumors.
TX = Der Tumor konnte nicht beurteilt werden.
Brustkrebs - Größe und Ausdehnung des Tumors (T)

Der Lymphknotenstatus (N)

Die Lymphknoten sind wie Filter, die z. B. Keime, körperfremde Stoffe oder auch Tumorzellen „abfangen“ und nach Möglichkeit beseitigen. Die Anzahl der Lymphknoten, in denen Tumorzellen nachweisbar sind und das Ausmaß des Befalls dieser Knoten lassen daher auch Rückschlüsse darüber zu, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Bei einer klinisch unauffälligen Situation (cN0) der axillären Lymphknoten auf der betroffenen Seite wird zunächst nur der sogenannte Wächterlymphknoten entfernt. Ihr Befund enthält daher wichtige Informationen zu Ihrem Lymphknotenstatus. Hierbei wird immer noch zusätzlich die Anzahl der entnommenen Wächterlymphknoten oder Lymphknoten angegeben und wie viele Lymphknoten Tumorzellen enthalten, so z. B. 1/10 – ein Lymphknoten von zehn entnommenen weist Tumorzellen auf.

N0 = Es sind keine Lymphknoten von Tumorzellen befallen.
N1 = Ein oder mehrere Lymphknoten in der Achselhöhle sind befallen.
N2 = Wie N1; die Lymphknoten sind jedoch miteinander oder an benachbartem Gewebe fixiert*.
N3 = Lymphknoten ober- oder unterhalb des Schlüsselbeins oder entlang der inneren Brustarterie sind befallen*.
NX = Lymphknoten in direkter Umgebung des Tumors können nicht beurteilt werden.


* Die Kürzel a, b oder c geben Hinweise darauf, welche Lymphknoten genau betroffen sind.

Brustkrebs - Der Lymphknotenstatus (N)

Die Wächterlymphknoten-Biopsie

Klinische Studien konnten zeigen, dass die Ausbreitung der Tumorzellen meist zuerst über die Lymphknoten erfolgt, die dem Tumor am nächsten liegen. Also entwickelte man eine Methode, mit deren Hilfe man den ersten „Wächterlymphknoten“ identifizieren konnte (manchmal sind es auch bis zu vier dieser ersten Lymphknotenstation). Zeigt dieser in der Aufarbeitung durch den Pathologen keinen Nachweis von Tumorzellen, kann davon ausgegangen werden, dass die Erkrankung alleine auf den Ursprungstumor in der Brust (Primärtumor) begrenzt geblieben ist und die regionalen Lymphknoten der Achselhöhle nicht erreicht hat.

N0 (sn)* = Der/Die Wächterlymphknoten (sn) ist/sind frei von Tumorzellen.
N1 (sn) = Im Wächterlymphknoten (sn) sind Tumorzellen nachweisbar.


* sn = englisch für sentinel node

Brustkrebs - Die Wächterlymphknoten-Biopsie

Die Metastasierung (M)

Ihr Befund enthält ebenfalls Angaben zu einer möglichen Metastasierung Ihres Tumors. Von Fernmetastasen spricht man, wenn Krebszellen vom Primärtumor aus in andere Gewebe und/oder Organe des Körpers wandern und dort Tochterabsiedlungen des Tumors bilden.

M0 = Es sind keine Fernmetastasen vorhanden.
M1 = Fernmetastasen sind vorhanden.


Sind bei Ihnen Fernmetastasen identifiziert worden, wird im Befund festgehalten, wo sich diese befinden. Die genaue Lokalisation wird mit Abkürzungen angegeben (siehe Auflistung).

Hier bildet Brustkrebs am häufigsten Metastasen:

  • in verschiedenen Knochen (Wirbelsäule,
  • Rippen, Becken, Schädel u. a.) (OSS),
  • in der Leber (HEP),
  • in der Lunge (PUL),
  • auf dem Rippenfell (PLE),
  • im Gehirn (BRA),
  • auf der Haut (SKI).
Brustkrebs - Die Metastasierung (M)

Das TNM-
Klassifikationssystem

  • Bedeutung der Buchstaben und Ziffern
  • Die Lokalisation des Tumors
  • Größe und Ausdehnung des Tumors (T)
  • Der Lymphknotenstatus (N)
  • Die Wächterlymphknoten-Biopsie
  • Die Metastasierung (M)

Bedeutung der Buchstaben und Ziffern

Sind sämtliche diagnostischen Verfahren abgeschlossen, dann liegt Ihr endgültiger Befund vor. Dieser enthält viele Informationen zu Ihrer Diagnose, auf deren Basis die Therapieempfehlung bzw. -entscheidung Ihrer Ärzte im Rahmen einer Tumorkonferenz beruht.

Die Informationen Ihres Befundes verbergen sich hinter einer ganzen Reihe von Abkürzungen, die dem internationalen TNM-Klassifikationssystem für Tumorerkrankungen folgen.

Das TNM-System erleichtert die Beschreibung und Zuordnung bösartiger Tumoren im Körper. Mithilfe dieses Klassifikationssystems erhalten alle an der Behandlung beteiligten Personen die gleichen Informationen, sodass eine einheitliche Grundlage für die weiteren Behandlungsschritte geschaffen werden kann.

Die wichtigsten Parameter der TNM-Klassifikation:

T = Größe und örtliche Ausdehnung des Tumors
N = Ausmaß des Lymphknotenbefalls (abgeleitet von „nodus“, lateinisch für Knoten)
M = Vorliegen von Metastasen in anderen Organen

Ziffern hinter den Buchstaben lassen Rückschlüsse auf Größe und Ausdehnung des Tumors (T1-4), Anzahl und Lage der befallenen Lymphknoten ( N0-3) und das Vorhandensein von Metastasen (M0 oder M1) zu.

Ein kleines „p“ vor dem jeweiligen Buchstaben steht für pathohistologisch. Ohne das „p“ bzw. mit einem vorangestellten „c“ für „clinical = klinisch“ handelt es sich um eine vorläufige Einstufung vor der Operation. Ein vorangestelltes „y“ bedeutet, dass vor der Operation schon eine systemische Therapie, z. B. Chemotherapie, Antikörpertherapie, Antihormontherapie und/oder Bestrahlung stattgefunden hat.

Darüber hinaus umfasst das TNM-Klassifikationssystem noch weitere Parameter, die sich auf die Lokalisation, das Grading , die Lymphgefäße, die Blutgefäße und die Resektionsränder beziehen.

In Ihrem Befund werden Sie auch Angaben zum Hormonrezeptorstatus und dem HER2/neu-Status Ihres Tumors finden.

Darüber hinaus besteht seit einigen Jahren für bestimmte Patientinnen die Möglichkeit, ihr Tumorgewebe mit speziellen molekularen Tests zusätzlich auf seine genomische Signatur überprüfen zu lassen.

Lokalisation des Tumors

Die erste Information in Ihrem Befund sagt etwas über den Ort des Tumors aus. Dazu wird die Brust in Viertel (Quadranten) aufgeteilt:

  • äußerer oberer Quadrant (I)
  • äußerer unterer Quadrant (II)
  • innerer unterer Quadrant (III)
  • innerer oberer Quadrant (IV)

Der Tumor kann sich manchmal auch in der Brustwarze (Mamille) befinden. Die Lokalisation Ihres Tumors sagt nichts über weiterführende Therapien, wie z. B. eine Chemotherapie, aus. Sie ist später bei der Bestrahlung von Bedeutung, damit das Bestrahlungsfeld möglichst klein ist.

Lokalisation des Tumors

Größe und Ausdehnung des Tumors (T)

Tis = Die Läsion (DCIS, LCIS) ist noch nicht in das umliegende Gewebe eingedrungen (Tumor in situ = Tumor „an Ort und Stelle“).
T0 = Ein primärer (ursprünglicher) Tumor kann
nicht nachgewiesen werden.
T1 = Tumorgröße unter 2 cm
Die Kürzel mi (0,1 cm oder weniger), a (> 0,1 cm bis 0,5 cm), b (> 0,5 cm bis 1 cm) oder c (> 1 cm bis 2 cm) geben genauere Angaben zur Größe des Tumors.
T2 = Tumorgröße zwischen 2 und 5 cm
T3 = Tumor ist größer als 5 cm.
T4 = Tumor ist in die Brustwand oder in die Haut eingewachsen.
Die Kürzel a (Brustwand), b (Hautödem, Ulzeration, Satellitenknötchen der Haut), c (a und b) oder d (entzündliches Karzinom) beziehen sich auf die Art der Ausdehnung des Tumors.
TX = Der Tumor konnte nicht beurteilt werden.
Brustkrebs - Größe und Ausdehnung des Tumors (T)

Der Lymphknotenstatus (N)

Die Lymphknoten sind wie Filter, die z. B. Keime, körperfremde Stoffe oder auch Tumorzellen „abfangen“ und nach Möglichkeit beseitigen. Die Anzahl der Lymphknoten, in denen Tumorzellen nachweisbar sind und das Ausmaß des Befalls dieser Knoten lassen daher auch Rückschlüsse darüber zu, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Bei einer klinisch unauffälligen Situation (cN0) der axillären Lymphknoten auf der betroffenen Seite wird zunächst nur der sogenannte Wächterlymphknoten entfernt. Ihr Befund enthält daher wichtige Informationen zu Ihrem Lymphknotenstatus. Hierbei wird immer noch zusätzlich die Anzahl der entnommenen Wächterlymphknoten oder Lymphknoten angegeben und wie viele Lymphknoten Tumorzellen enthalten, so z. B. 1/10 – ein Lymphknoten von zehn entnommenen weist Tumorzellen auf.

N0 = Es sind keine Lymphknoten von Tumorzellen befallen.
N1 = Ein oder mehrere Lymphknoten in der Achselhöhle sind befallen.
N2 = Wie N1; die Lymphknoten sind jedoch miteinander oder an benachbartem Gewebe fixiert*.
N3 = Lymphknoten ober- oder unterhalb des Schlüsselbeins oder entlang der inneren Brustarterie sind befallen*.
NX = Lymphknoten in direkter Umgebung des Tumors können nicht beurteilt werden.


* Die Kürzel a, b oder c geben Hinweise darauf, welche Lymphknoten genau betroffen sind.

Brustkrebs - Der Lymphknotenstatus (N)

Die Wächterlymphknoten-Biopsie

Klinische Studien konnten zeigen, dass die Ausbreitung der Tumorzellen meist zuerst über die Lymphknoten erfolgt, die dem Tumor am nächsten liegen. Also entwickelte man eine Methode, mit deren Hilfe man den ersten „Wächterlymphknoten“ identifizieren konnte (manchmal sind es auch bis zu vier dieser ersten Lymphknotenstation). Zeigt dieser in der Aufarbeitung durch den Pathologen keinen Nachweis von Tumorzellen, kann davon ausgegangen werden, dass die Erkrankung alleine auf den Ursprungstumor in der Brust (Primärtumor) begrenzt geblieben ist und die regionalen Lymphknoten der Achselhöhle nicht erreicht hat.

N0 (sn)* = Der/Die Wächterlymphknoten (sn) ist/sind frei von Tumorzellen.
N1 (sn) = Im Wächterlymphknoten (sn) sind Tumorzellen nachweisbar.


* sn = englisch für sentinel node

Brustkrebs - Die Wächterlymphknoten-Biopsie

Die Metastasierung (M)

Ihr Befund enthält ebenfalls Angaben zu einer möglichen Metastasierung Ihres Tumors. Von Fernmetastasen spricht man, wenn Krebszellen vom Primärtumor aus in andere Gewebe und/oder Organe des Körpers wandern und dort Tochterabsiedlungen des Tumors bilden.

M0 = Es sind keine Fernmetastasen vorhanden.
M1 = Fernmetastasen sind vorhanden.


Sind bei Ihnen Fernmetastasen identifiziert worden, wird im Befund festgehalten, wo sich diese befinden. Die genaue Lokalisation wird mit Abkürzungen angegeben (siehe Auflistung).

Hier bildet Brustkrebs am häufigsten Metastasen:

  • in verschiedenen Knochen (Wirbelsäule,
  • Rippen, Becken, Schädel u. a.) (OSS),
  • in der Leber (HEP),
  • in der Lunge (PUL),
  • auf dem Rippenfell (PLE),
  • im Gehirn (BRA),
  • auf der Haut (SKI).
Brustkrebs - Die Metastasierung (M)

Weitere
Parameter

  • Grading
  • Hormonrezeptorstatus (ER/PR)
  • HER2/neu-Status
  • Einbruch von Tumorzellen in die Lymphgefäße (L)
  • Einbruch von Tumorzellen in die Blutgefäße (V)
  • Resektionsrand/Schnittrand (R)

Das Grading

Beim sogenannten Grading wird der Ausreifungsgrad (Differenzierungsgrad) der Tumorzellen festgelegt. Der Ausreifungsgrad gibt Auskunft darüber, wie schnell der Tumor vermutlich wachsen wird. Je weiter ausgereift die Tumorzellen sind, desto weniger schnell vermehren sie sich, d. h. desto langsamer wächst der Tumor.

Die Einteilung erfolgt in drei Stufen:

G1 = Die Tumorzellen sind gut ausgereift/ differenziert (der Tumor wächst langsam).
G2 = Die Tumorzellen sind mäßig ausgereift/ differenziert (der Tumor wächst etwas schneller).
G3 = Die Tumorzellen sind kaum ausgereift/ differenziert (der Tumor ist aggressiver).
Brustkrebs - Das Grading

Der Hormonrezeptorstatus (ER/PR)

Ungefähr drei Viertel aller Frauen mit Brustkrebs haben einen „hormonsensitiven“ Tumor. Das bedeutet, dass das Wachstum der Krebszellen in diesen Fällen über die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron angeregt wird. Dazu kann es nur kommen, wenn die Oberfläche der Tumorzellen über Bindungsstellen – auch Rezeptoren genannt – für diese beiden Hormone verfügt.

Rezeptoren sind Eiweißmoleküle, die Signale von der Zelloberfläche ins Zellinnere und in den Zellkern weiterleiten. Sobald also Östrogen oder Progesteron an einen der Rezeptoren andockt, wird in der Zelle ein Signal zur Zellteilung und damit zum Tumorwachstum ausgelöst.

Mit einer Gewebeprobe oder dem entnommenen Tumor kann festgestellt werden, ob Ihr Tumor solche Hormonrezeptoren aufweist. Ist dies bei mindestens 10 % der untersuchten Zellen der Fall, so gilt der Tumor als eindeutig hormonrezeptorpositiv.

Im Befund steht dann „Hormonrezeptorstatus positiv“. Als Abkürzung wird auch ER+ (für östrogenrezeptorpositiv) oder PR+ (für progesteronrezeptorpositiv) verwendet.

Ist der Hormonrezeptorstatus negativ, dann sind weder Östrogen- noch Progesteronrezeptoren zu finden (ER- oder PR-).

Die Bestimmung des Hormonrezeptorstatus kann auf zwei unterschiedliche Weisen erfolgen. In einem Fall wird er in Prozenten, im anderen Fall mit Zahlen von 1-12 ausgedrückt. Halten Sie hierzu Rücksprache mit Ihrem Arzt, um seine Einschätzung zu Ihrem persönlichen Rezeptorstatus zu erhalten.

Wenn Sie an einem hormonrezeptorpositiven Brustkrebs erkrankt sind, können Sie von einer Anti-Hormontherapie profitieren. Ist Ihr Tumor hormonrezeptornegativ, ist eine solche Therapie für Sie nicht möglich. Ihr Arzt wird mit Ihnen andere Therapiemöglichkeiten besprechen.

HER2/neu-Status

HER2/neu – manchmal auch als HER2 oder ERB2 bezeichnet – ist ein Eiweißmolekül (Rezeptor), das sich auf der Oberfläche normaler Körperzellen, aber auch auf Brustkrebszellen befindet. HER2/neu spielt eine Rolle beim normalen Zellwachstum. Bei Brustkrebszellen kann jedoch die Zahl der HER2/neu-Rezeptoren um das Vielfache erhöht sein, sodass es zu einem übermäßigen Zell- bzw. Tumorwachstum kommt. Man spricht hier von einer Überexpression der HER2/neu-Rezeptoren. Als HER2/neu-positiv wird ein Tumor bezeichnet, wenn sehr hohe Mengen an HER2/neu-Rezeptoren auf den Tumorzellen nachgewiesen wurden.

Es werden heute hauptsächlich zwei labormedizinische Untersuchungsverfahren eingesetzt, um herauszufinden, wie viele HER2/neu-Rezeptoren auf den Brustkrebszellen vorhanden sind. Zeigt der erste Test kein eindeutiges Ergebnis, wird der zweite Test, der sogenannte FISH-Test, eingesetzt. Die Ergebnisse des ersten Tests werden in einer Bewertung von 0 bis 3 (DAKO-Score) festgehalten.

0 oder 1+ = negatives Ergebnis, keine Überexpression von HER2/neu-Rezeptoren
2+ = schwache Überexpression, weitere Testung zur Abklärung empfohlen
3+ = starke Überexpression
Brustkrebs - HER2/neu-Status

Steht in Ihrem Befund HER2/neu 2+ mit dem Zusatz FISH pos. oder HER2/neu 3+, wird eine sogenannte Antikörpertherapie empfohlen, die gezielt gegen die HER2/neu-Rezeptoren vorgeht.

Einbruch von Tumorzellen in die Lymphgefäße (L)

Das Lymphgefäßsystem besteht aus einem Netzwerk dünnwandiger Lymphbahnen, in denen die Lymphflüssigkeit im Körper gesammelt, in den Lymphknoten gefiltert und schließlich in den Blutkreislauf zurückführt wird. Da Tumorzellen auch in das Lymphgefäßsystem eindringen können, wird in manchen Fällen nicht nur geprüft, ob der Wächterlymphknoten Krebszellen enthält, sondern auch, ob diese bereits in die Lymphbahnen rund um den Tumor vorgedrungen sind.

Ihr Befund kann daher eventuell auch die Ergebnisse dieser Untersuchung aufführen. Sie werden mit einem L dargestellt und bedeuten:

L0 = keine Tumorzellen in den Lymphgefäßen in der Tumorregion
L1 = Es wurden Tumorzellen in den tumornahen Lymphgefäßen nachgewiesen.
LX = Lymphgefäßeinbruch kann nicht beurteilt werden.
Brustkrebs - Einbruch von Tumorzellen in die Lymphgefäße (L)

Einbruch von Tumorzellen in die Blutgefäße (V)

Tumorzellen können, ebenso wie in das Lymphgefäßsystem, auch in das Blutgefäßsystem eindringen. Es wird daher oft auch untersucht, ob sich Tumorzellen im tumornahen Blutgefäßsystem befinden. Man spricht hier dann auch von einer „Veneninvasion“ der Krebszellen.

Ihr Befund kann daher eventuell auch die Ergebnisse dieser Untersuchung aufführen. Der Buchstabe V steht für Venen, also für die Gefäße, in denen das Blut in Richtung des Herzens fließt.

V0 = Venen in der Tumorumgebung sind frei von Krebszellen.
V1 = Venen in der Tumorumgebung sind befallen.
V2 = makroskopische Blutgefäßeinbrüche
VX = keine Aussage zu Blutgefäßeinbrüchen möglich
Brustkrebs - Einbruch von Tumorzellen in die Blutgefäße (V)

Resektionsrand/Schnittrand (R)

Unter Resektion versteht man das Herausschneiden von Gewebe während einer Operation. Der Befund enthält nach erfolgter Operation Informationen darüber, ob der Tumor vollständig entfernt werden konnte. Das heißt: Konnte der Tumor so herausgeschnitten werden, dass der Rand des herausgeschnittenen Gewebes frei von Tumorzellen war? In der Regel lässt sich dies nicht mit dem bloßen Auge erkennen, sondern nur unter dem Mikroskop.

Ihr Operateur wird immer anstreben, den Tumor komplett zu entfernen. Es gibt aber Situationen, in denen das nicht möglich ist, z. B. dann, wenn der Tumor mit Gewebe verwachsen ist, das man nicht vollständig entfernen kann.

Die Angaben zum Resektionsrand werden dann so dargestellt:

R0 = tumorfreier Rand (Tumor konnte vollständig entfernt werden)
R1 = Unter dem Mikroskop können Krebszellen identifiziert werden, die sich im Resektionsrand befinden.
R2 = Tumorzellen im Resektionsrand sind mit bloßem Auge erkennbar.
RX = Resektionsrand kann nicht beurteilt werden.
Brustkrebs - Resektionsrand/Schnittrand (R)

Weitere
Parameter

  • Grading
  • Hormonrezeptorstatus (ER/PR)
  • HER2/neu-Status
  • Einbruch von Tumorzellen in die Lymphgefäße (L)
  • Einbruch von Tumorzellen in die Blutgefäße (V)
  • Resektionsrand/Schnittrand (R)

Das Grading

Beim sogenannten Grading wird der Ausreifungsgrad (Differenzierungsgrad) der Tumorzellen festgelegt. Der Ausreifungsgrad gibt Auskunft darüber, wie schnell der Tumor vermutlich wachsen wird. Je weiter ausgereift die Tumorzellen sind, desto weniger schnell vermehren sie sich, d. h. desto langsamer wächst der Tumor.

Die Einteilung erfolgt in drei Stufen:

G1 = Die Tumorzellen sind gut ausgereift/ differenziert (der Tumor wächst langsam).
G2 = Die Tumorzellen sind mäßig ausgereift/ differenziert (der Tumor wächst etwas schneller).
G3 = Die Tumorzellen sind kaum ausgereift/ differenziert (der Tumor ist aggressiver).
Brustkrebs - Das Grading

Der Hormonrezeptorstatus (ER/PR)

Ungefähr drei Viertel aller Frauen mit Brustkrebs haben einen „hormonsensitiven“ Tumor. Das bedeutet, dass das Wachstum der Krebszellen in diesen Fällen über die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron angeregt wird. Dazu kann es nur kommen, wenn die Oberfläche der Tumorzellen über Bindungsstellen – auch Rezeptoren genannt – für diese beiden Hormone verfügt.

Rezeptoren sind Eiweißmoleküle, die Signale von der Zelloberfläche ins Zellinnere und in den Zellkern weiterleiten. Sobald also Östrogen oder Progesteron an einen der Rezeptoren andockt, wird in der Zelle ein Signal zur Zellteilung und damit zum Tumorwachstum ausgelöst.

Mit einer Gewebeprobe oder dem entnommenen Tumor kann festgestellt werden, ob Ihr Tumor solche Hormonrezeptoren aufweist. Ist dies bei mindestens 10 % der untersuchten Zellen der Fall, so gilt der Tumor als eindeutig hormonrezeptorpositiv.

Im Befund steht dann „Hormonrezeptorstatus positiv“. Als Abkürzung wird auch ER+ (für östrogenrezeptorpositiv) oder PR+ (für progesteronrezeptorpositiv) verwendet.

Ist der Hormonrezeptorstatus negativ, dann sind weder Östrogen- noch Progesteronrezeptoren zu finden (ER- oder PR-).

Die Bestimmung des Hormonrezeptorstatus kann auf zwei unterschiedliche Weisen erfolgen. In einem Fall wird er in Prozenten, im anderen Fall mit Zahlen von 1-12 ausgedrückt. Halten Sie hierzu Rücksprache mit Ihrem Arzt, um seine Einschätzung zu Ihrem persönlichen Rezeptorstatus zu erhalten.

Wenn Sie an einem hormonrezeptorpositiven Brustkrebs erkrankt sind, können Sie von einer Anti-Hormontherapie profitieren. Ist Ihr Tumor hormonrezeptornegativ, ist eine solche Therapie für Sie nicht möglich. Ihr Arzt wird mit Ihnen andere Therapiemöglichkeiten besprechen.

HER2/neu-Status

HER2/neu – manchmal auch als HER2 oder ERB2 bezeichnet – ist ein Eiweißmolekül (Rezeptor), das sich auf der Oberfläche normaler Körperzellen, aber auch auf Brustkrebszellen befindet. HER2/neu spielt eine Rolle beim normalen Zellwachstum. Bei Brustkrebszellen kann jedoch die Zahl der HER2/neu-Rezeptoren um das Vielfache erhöht sein, sodass es zu einem übermäßigen Zell- bzw. Tumorwachstum kommt. Man spricht hier von einer Überexpression der HER2/neu-Rezeptoren. Als HER2/neu-positiv wird ein Tumor bezeichnet, wenn sehr hohe Mengen an HER2/neu-Rezeptoren auf den Tumorzellen nachgewiesen wurden.

Es werden heute hauptsächlich zwei labormedizinische Untersuchungsverfahren eingesetzt, um herauszufinden, wie viele HER2/neu-Rezeptoren auf den Brustkrebszellen vorhanden sind. Zeigt der erste Test kein eindeutiges Ergebnis, wird der zweite Test, der sogenannte FISH-Test, eingesetzt. Die Ergebnisse des ersten Tests werden in einer Bewertung von 0 bis 3 (DAKO-Score) festgehalten.

0 oder 1+ = negatives Ergebnis, keine Überexpression von HER2/neu-Rezeptoren
2+ = schwache Überexpression, weitere Testung zur Abklärung empfohlen
3+ = starke Überexpression
Brustkrebs - HER2/neu-Status

Steht in Ihrem Befund HER2/neu 2+ mit dem Zusatz FISH pos. oder HER2/neu 3+, wird eine sogenannte Antikörpertherapie empfohlen, die gezielt gegen die HER2/neu-Rezeptoren vorgeht.

Einbruch von Tumorzellen in die Lymphgefäße (L)

Das Lymphgefäßsystem besteht aus einem Netzwerk dünnwandiger Lymphbahnen, in denen die Lymphflüssigkeit im Körper gesammelt, in den Lymphknoten gefiltert und schließlich in den Blutkreislauf zurückführt wird. Da Tumorzellen auch in das Lymphgefäßsystem eindringen können, wird in manchen Fällen nicht nur geprüft, ob der Wächterlymphknoten Krebszellen enthält, sondern auch, ob diese bereits in die Lymphbahnen rund um den Tumor vorgedrungen sind.

Ihr Befund kann daher eventuell auch die Ergebnisse dieser Untersuchung aufführen. Sie werden mit einem L dargestellt und bedeuten:

L0 = keine Tumorzellen in den Lymphgefäßen in der Tumorregion
L1 = Es wurden Tumorzellen in den tumornahen Lymphgefäßen nachgewiesen.
LX = Lymphgefäßeinbruch kann nicht beurteilt werden.
Brustkrebs - Einbruch von Tumorzellen in die Lymphgefäße (L)

Einbruch von Tumorzellen in die Blutgefäße (V)

Tumorzellen können, ebenso wie in das Lymphgefäßsystem, auch in das Blutgefäßsystem eindringen. Es wird daher oft auch untersucht, ob sich Tumorzellen im tumornahen Blutgefäßsystem befinden. Man spricht hier dann auch von einer „Veneninvasion“ der Krebszellen.

Ihr Befund kann daher eventuell auch die Ergebnisse dieser Untersuchung aufführen. Der Buchstabe V steht für Venen, also für die Gefäße, in denen das Blut in Richtung des Herzens fließt.

V0 = Venen in der Tumorumgebung sind frei von Krebszellen.
V1 = Venen in der Tumorumgebung sind befallen.
V2 = makroskopische Blutgefäßeinbrüche
VX = keine Aussage zu Blutgefäßeinbrüchen möglich
Brustkrebs - Einbruch von Tumorzellen in die Blutgefäße (V)

Resektionsrand/Schnittrand (R)

Unter Resektion versteht man das Herausschneiden von Gewebe während einer Operation. Der Befund enthält nach erfolgter Operation Informationen darüber, ob der Tumor vollständig entfernt werden konnte. Das heißt: Konnte der Tumor so herausgeschnitten werden, dass der Rand des herausgeschnittenen Gewebes frei von Tumorzellen war? In der Regel lässt sich dies nicht mit dem bloßen Auge erkennen, sondern nur unter dem Mikroskop.

Ihr Operateur wird immer anstreben, den Tumor komplett zu entfernen. Es gibt aber Situationen, in denen das nicht möglich ist, z. B. dann, wenn der Tumor mit Gewebe verwachsen ist, das man nicht vollständig entfernen kann.

Die Angaben zum Resektionsrand werden dann so dargestellt:

R0 = tumorfreier Rand (Tumor konnte vollständig entfernt werden)
R1 = Unter dem Mikroskop können Krebszellen identifiziert werden, die sich im Resektionsrand befinden.
R2 = Tumorzellen im Resektionsrand sind mit bloßem Auge erkennbar.
RX = Resektionsrand kann nicht beurteilt werden.
Brustkrebs - Resektionsrand/Schnittrand (R)

Molekularbiologische
Tests

Bei molekularbiologischen Tests wird die Expression (Vervielfältigung) verschiedener Tumorgene untersucht, die aus dem entnommenen Tumorgewebe isoliert werden.
Diese Methode erlaubt eine zuverlässige Aussage über die biologische Aggressivität des Tumors und wird als genomischer Test bezeichnet.

Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs.

Wie Sie bisher lesen konnten, gibt es Brustkrebsvarianten, die hormonrezeptorpositiv oder -negativ sind, bei denen die Lymphknoten frei von Tumorzellen sind oder nicht, sowie weitere spezifische Formen des Tumors, die ein unterschiedliches Grading aufweisen, oder Tumoren mit einer hohen Anzahl von HER2/ neu-Rezeptoren.

Ebenso ist die Zahl der sich in Zellteilung befindlichen Tumorzellen, die sogenannte Proliferation von Bedeutung. Die Bestimmung erfolgt mit dem Ki-67Antikörper und wird in Prozent (0-100 %) angegeben.

Dies bedeutet aber auch, dass nicht jede Patientin dabei ein gleich hohes Rückfallrisiko hat oder den gleichen Nutzen aus einer Chemotherapie ziehen kann. Gerade diese beiden Faktoren können seit ein paar Jahren bei vielen Patientinnen über neue spezifische molekularbiologische Testverfahren zuverlässig bestimmt werden.

Was sind molekularbiologische Tests?

Diese Testverfahren beruhen auf dem Wissenschaftszweig der genomischen Analyse. Genomik und Genetik klingen ähnlich, und die beiden Gebiete sind tatsächlich verwandt, konzentrieren sich aber auf unterschiedliche Informationen. Bei einem genetischen Test wird die Erbsubstanz der Keimbahn, also des Organismus, untersucht, um z. B. das vererbbare Risiko für das Auftreten von Brust- und Eierstockkrebs, wie bei einer BRCAMutation, zu analysieren.

Bei molekularbiologischen Tests wird hingegen die Expression (Vervielfältigung) verschiedener Tumorgene untersucht, die aus dem entnommenen Tumorgewebe isoliert werden. Diese Methode erlaubt eine zuverlässige Aussage über die biologische Aggressivität des Tumors und wird als genomischer Test bezeichnet.

Durch die Bestimmung der Aktivität dieser einzelnen Tumorgene ist es möglich, bei Frauen mit invasivem Brustkrebs im Frühstadium oder DCIS (nichtinvasiver Brustkrebs) das individuelle Rückfallrisiko und den möglichen Nutzen einer Chemotherapie festzulegen. Darüber hinaus können diese Testverfahren Ihnen und Ihren Ärzten zusätzliche Informationen liefern, wenn die „klassischen Risikofaktoren“, wie beispielsweise die Höhe des Hormonrezeptorstatus, das Grading, das Ki-67 oder der Lymphknotenstatus eine sichere Therapieentscheidung nicht ermöglichen. Fragen Sie hierzu Ihren behandelnden Arzt und sprechen Sie ihn noch vor oder kurz nach der Operation darauf an, damit er veranlassen kann, dass das entsprechende Gewebe für den Test bereitgestellt wird.

Was bedeutet das für Sie?

Es ist sicherlich eine Herausforderung für Sie, mit Ihren Gefühlen und Ängsten in Bezug auf Ihre Krebserkrankung umzugehen. Hinzu kommt, dass Sie sich mit der Diagnose selbst und den möglichen Therapieansätzen befassen müssen und sich wahrscheinlich anfangs überfordert fühlen.

In dieser Situation können die Ergebnisse genomischer Testverfahren an Ihrem Tumorgewebe zusätzliche, hilfreiche Informationen liefern, die Sie und Ihren Arzt bei der Therapieauswahl unterstützen.

Wenn Sie einen solchen Test durchführen lassen, bedeutet das neben der damit verbundenen Chance aber auch gleichzeitig, dass Sie bereit sein müssen, sich mit dem Testergebnis auseinanderzusetzen.

Ist die Aussage: „Eine Chemotherapie bringt keinen Nutzen“, steht für Sie zunächst wahrscheinlich die Erleichterung im Vordergrund. Es können aber auch Zweifel aufkommen, ob Sie damit nicht auf eine wichtige Therapieform gegen den Krebs verzichten. Lautet die Aussage jedoch: „Eine Chemotherapie sollte durchgeführt werden, weil ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht“, können neue Befürchtungen in Bezug auf den Verlauf Ihrer Erkrankung entstehen. Sie können diese Aussage aber auch als Unterstützung der Sinnhaftigkeit einer Chemotherapie sehen.

Vielleicht gehen Ihnen aber auch ganz andere Gedanken oder Zweifel durch den Kopf. Besprechen Sie diese am besten ausführlich mit Ihrem Arzt und Ihrer Pflegeexpertin für Brusterkrankungen (Breast Care Nurse), die Ihnen gerne beratend zur Seite stehen.

Gerade, weil das Ergebnis eines solchen Tests für Ihre weitere Therapie viel bedeutet, sollten Sie auf den Test vertrauen, der von den Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Brustkrebserkrankung für bestimmte Patientinnen empfohlen wird und ausgelegt ist, eine Aussage zum möglichen Nutzen einer zusätzlichen Chemotherapie zu treffen.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie ein solcher Test Ihnen bei Ihrer Therapieentscheidung helfen kann, schauen Sie unter
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Molekularbiologische
Tests

Bei molekularbiologischen Tests wird die Expression (Vervielfältigung) verschiedener Tumorgene untersucht, die aus dem entnommenen Tumorgewebe isoliert werden.
Diese Methode erlaubt eine zuverlässige Aussage über die biologische Aggressivität des Tumors und wird als genomischer Test bezeichnet.

Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs.

Wie Sie bisher lesen konnten, gibt es Brustkrebsvarianten, die hormonrezeptorpositiv oder -negativ sind, bei denen die Lymphknoten frei von Tumorzellen sind oder nicht, sowie weitere spezifische Formen des Tumors, die ein unterschiedliches Grading aufweisen, oder Tumoren mit einer hohen Anzahl von HER2/ neu-Rezeptoren.

Ebenso ist die Zahl der sich in Zellteilung befindlichen Tumorzellen, die sogenannte Proliferation von Bedeutung. Die Bestimmung erfolgt mit dem Ki-67Antikörper und wird in Prozent (0-100 %) angegeben.

Dies bedeutet aber auch, dass nicht jede Patientin dabei ein gleich hohes Rückfallrisiko hat oder den gleichen Nutzen aus einer Chemotherapie ziehen kann. Gerade diese beiden Faktoren können seit ein paar Jahren bei vielen Patientinnen über neue spezifische molekularbiologische Testverfahren zuverlässig bestimmt werden.

Was sind molekularbiologische Tests?

Diese Testverfahren beruhen auf dem Wissenschaftszweig der genomischen Analyse. Genomik und Genetik klingen ähnlich, und die beiden Gebiete sind tatsächlich verwandt, konzentrieren sich aber auf unterschiedliche Informationen. Bei einem genetischen Test wird die Erbsubstanz der Keimbahn, also des Organismus, untersucht, um z. B. das vererbbare Risiko für das Auftreten von Brust- und Eierstockkrebs, wie bei einer BRCAMutation, zu analysieren.

Bei molekularbiologischen Tests wird hingegen die Expression (Vervielfältigung) verschiedener Tumorgene untersucht, die aus dem entnommenen Tumorgewebe isoliert werden. Diese Methode erlaubt eine zuverlässige Aussage über die biologische Aggressivität des Tumors und wird als genomischer Test bezeichnet.

Durch die Bestimmung der Aktivität dieser einzelnen Tumorgene ist es möglich, bei Frauen mit invasivem Brustkrebs im Frühstadium oder DCIS (nichtinvasiver Brustkrebs) das individuelle Rückfallrisiko und den möglichen Nutzen einer Chemotherapie festzulegen. Darüber hinaus können diese Testverfahren Ihnen und Ihren Ärzten zusätzliche Informationen liefern, wenn die „klassischen Risikofaktoren“, wie beispielsweise die Höhe des Hormonrezeptorstatus, das Grading, das Ki-67 oder der Lymphknotenstatus eine sichere Therapieentscheidung nicht ermöglichen. Fragen Sie hierzu Ihren behandelnden Arzt und sprechen Sie ihn noch vor oder kurz nach der Operation darauf an, damit er veranlassen kann, dass das entsprechende Gewebe für den Test bereitgestellt wird.

Was bedeutet das für Sie?

Es ist sicherlich eine Herausforderung für Sie, mit Ihren Gefühlen und Ängsten in Bezug auf Ihre Krebserkrankung umzugehen. Hinzu kommt, dass Sie sich mit der Diagnose selbst und den möglichen Therapieansätzen befassen müssen und sich wahrscheinlich anfangs überfordert fühlen.

In dieser Situation können die Ergebnisse genomischer Testverfahren an Ihrem Tumorgewebe zusätzliche, hilfreiche Informationen liefern, die Sie und Ihren Arzt bei der Therapieauswahl unterstützen.

Wenn Sie einen solchen Test durchführen lassen, bedeutet das neben der damit verbundenen Chance aber auch gleichzeitig, dass Sie bereit sein müssen, sich mit dem Testergebnis auseinanderzusetzen.

Ist die Aussage: „Eine Chemotherapie bringt keinen Nutzen“, steht für Sie zunächst wahrscheinlich die Erleichterung im Vordergrund. Es können aber auch Zweifel aufkommen, ob Sie damit nicht auf eine wichtige Therapieform gegen den Krebs verzichten. Lautet die Aussage jedoch: „Eine Chemotherapie sollte durchgeführt werden, weil ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht“, können neue Befürchtungen in Bezug auf den Verlauf Ihrer Erkrankung entstehen. Sie können diese Aussage aber auch als Unterstützung der Sinnhaftigkeit einer Chemotherapie sehen.

Vielleicht gehen Ihnen aber auch ganz andere Gedanken oder Zweifel durch den Kopf. Besprechen Sie diese am besten ausführlich mit Ihrem Arzt und Ihrer Pflegeexpertin für Brusterkrankungen (Breast Care Nurse), die Ihnen gerne beratend zur Seite stehen.

Gerade, weil das Ergebnis eines solchen Tests für Ihre weitere Therapie viel bedeutet, sollten Sie auf den Test vertrauen, der von den Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Brustkrebserkrankung für bestimmte Patientinnen empfohlen wird und ausgelegt ist, eine Aussage zum möglichen Nutzen einer zusätzlichen Chemotherapie zu treffen.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie ein solcher Test Ihnen bei Ihrer Therapieentscheidung helfen kann, schauen Sie unter
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Fachbegriffe
einfach erklärt

Axilläre (Lymphknoten): Lymphknoten, die sich unter den Achseln befinden.

Biopsie: Gewebeentnahme DCIS: Duktales Carcinoma in situ (Läsion, die sich in den Milchgängen befindet).

FISH (Fluoreszenz-in-situ- Hybridisierung): Besonderer Test, der die Anzahl der HER2-Gene direkt in den Krebszellen nachweist. Wird eingesetzt zur zuverlässigen HER2-Testung.

Genetik: Untersuchung von erblichen Merkmalen, die über die Gene von einer Generation auf die nächste weitergegeben werden.

Genomik: Untersuchung der Aktivität und Wechselwirkungen bestimmter Gene und ihrer Funktion bei verschiedenen Erkrankungen.

In-situ-Läsion: Lateinisch für „am Ort“. Die Läsionen (Gewebeveränderungen) sind nicht in tiefere Strukturen der Brust hineingewachsen. Sie haben noch kein normales Gewebe zerstört.

Karzinom:
Als Karzinom werden Tumoren bezeichnet, die von Zellen des Deckgewebes der Haut oder der Schleimhaut ausgehen. Beispiele hierfür sind der Brustkrebs (Mammakarzinom) oder Lungenkrebs (Bronchialkarzinom).

Läsion: Gewebeveränderung

LCIS: Lobuläres Carcinoma in situ (Läsion, die sich in den Drüsenläppchen befindet).

Lokalisation (eines Tumors): Ort im Körper, an dem sich ein Tumor befindet.

Metastasierung: Fernabsiedelungen des Ursprungstumors in andere Bereiche des Körpers.

Pathohistologische Untersuchung:
Die mikroskopische Untersuchung von Gewebeschnitten auf pathologische (krankhafte) Veränderungen.

Satellitenknötchen (der Haut): Tumorabsiedlungen in der Haut

Systemische Therapie: Behandlung, die im gesamten Körper wirksam ist.

Überexpression (von z. B. HER2- Rezeptoren): Eine massive Erhöhung der Rezeptorenanzahl

Ulzeration: Entwicklung eines Geschwürs